Wer heute durch Städte und Dörfer in Schleswig-Holstein geht, begegnet Geschichte oft, ohne sie bewusst wahrzunehmen: eine alte Backsteinkirche am Straßenrand, ein Gutshaus hinter Bäumen oder archäologische Spuren im Boden. Diese Orte sind stille Zeitzeugen, doch ihre Geschichten bleiben im Alltag häufig unsichtbar.
MonuMap setzt genau hier an. Ziel des Projekts ist es, kulturelles Erbe digital sichtbar, zugänglich und interaktiv erlebbar zu machen. Grundlage bildet der offene Datensatz „Denkmalliste Schleswig-Holstein“ vom Open Data Portal des Landes Schleswig-Holsteins. Aus strukturierten Verwaltungsdaten entsteht eine lebendige Anwendung, die Denkmäler nicht nur erfasst, sondern ihre Bedeutung in den heutigen Kontext übersetzt.
Die Motivation hinter MonuMap geht über reine Informationsdarstellung hinaus. Es geht darum, Bewusstsein und Wertschätzung zu fördern. Wenn Menschen verstehen, welche historische, gesellschaftliche oder architektonische Bedeutung ein Denkmal besitzt, wächst auch die Bereitschaft, es zu schützen und zu erhalten. Digitale Vermittlung wird so zu einem Instrument des aktiven Kulturgüterschutzes.
Gleichzeitig versteht sich MonuMap als nachhaltiges Projekt:
- Kulturelle Nachhaltigkeit: Digitale Dokumentation sichert Wissen über Denkmäler langfristig.
- Soziale Nachhaltigkeit: Open Data ermöglicht allen einen freien Zugang zu kulturellen Informationen.
- Ökologische Nachhaltigkeit: Die App fördert regionalen Tourismus und sensibilisiert für nahegelegene Kulturorte.
- Technologische Nachhaltigkeit: Durch die Nutzung offener, standardisierter Daten ist das Konzept skalierbar und auf andere Regionen übertragbar.
Monumap verbindet somit Open Data, kulturelle Bildung und nachhaltige Entwicklung- und macht aus Daten erlebbare Geschichte.
Konzeption
MonuMap wird als mobile App umgesetzt, um eine ortsbezogene und intuitive Nutzung zu ermöglichen. Die Anwendung basiert auf den Datensatz „Denkmalliste Schleswig-Holstein“ vom Open Data Portal des Landes Schleswig-Holstein und bereitet die Informationen visuell und interaktiv auf.
Die App gliedert sich in folgende Bereiche:
Startseite
Überblick über Challanges, Kategorien und Denkmäler. Nutzer:innen erhalten Inspiration und einen direkten Einstieg in die Entdeckung regionaler Kulturorte.
Kartenansicht
Interaktive Darstellung aller Denkmäler nach Standort. Filterfunktion (z.B. nach Kategorie oder Entfernung) ermöglichen eine gezielte Suche. Detailseiten bieten weiterführende Informationen zu jedem Objekt.


Denkmalliste
Eine strukturierte, durchsuchbare Übersicht aller verfügbaren Denkmäler mit Sortier- und Filteroptionen.
Profilbereich
Persönliche Übersicht über besuchte Orte sowie ein Badge-System zur Motivation. Gamification-Elemente fördern die aktive Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe.
Durch die Verbindung von Open Data, Kartenvisualisierung und spielerischen Elementen entsteht mit Monumap eine nachhaltige Plattform zur Entdeckung und Vermittlung von Denkmälern.

Umsetzung
Das Projekt wurde prototypisch als Web-Applikation mit Flutter1 umgesetzt und mit einer Erweiterung als App erdacht. Die interaktive Karten basiert auf flutter_map2 und verwendet OpenStreetMap3 als Rasterkarte. Für die Versionsverwaltung wurde Gitlab4 genutzt.
Die Daten wurden von Schleswig-Holstein Open-Data-Portal5 [5] als GeoJSON-Format entnommen. Diese Denkmalliste wird vom Land Schleswig-Holstein wöchentlich aktualisiert und beinhaltet unter anderem Informationen zu Namen, geografischen Koordinaten, Polygonen, Straßen- und Hausnummern, sowie Bild- und Textbeschreibungen der Denkmäler.
Ein zusätzlicher Dienst wurde implementiert, um Bilder von externen URLs effizient zu lasen und Hotlinking-Schutz zu umgehen. Dieser Proxy-Server ermöglicht das Abrufen von Bildressourcen, während die CORS-Anforderungen erfüllt werden. Dafür werden Header gesetzt, die den Zugriff von verschiedenen Domains erlauben und sicherstellen, dass die Benutzer ein nahtloses Erlebnis beim Laden von Bildern haben.
Fazit und Ausblick
MonuMap beweist, dass offene Verwaltungsdaten mehr sind als bloße Akten: Sie sind der Schlüssel zu lebendiger Geschichte. Durch die Verbindung von Open Data und Gamification holen wir Denkmäler aus der Abstraktion direkt in den Alltag der Menschen.
Das haben wir erreicht
- Barrieren abgebaut: Kulturelles Erbe wird ohne Vorwissen intuitiv und räumlich erfahrbar.
- Bewusstsein geschaffen: Die App fördert die Wertschätzung für lokale Historie und unterstützt so den langfristigen Denkmalschutz.
- Daten-Impulse gesetzt: MonuMap macht Lücken in aktuellen Datensätzen sichtbar und motiviert zur Pflege offener Kulturdaten.
Die nächsten Schritte
Für die Zukunft von MonuMap ergeben sich mehrere zentrale Ansatzpunkte, die das Projekt auf die nächste Stufe heben könnten:
- Partizipation: Eine Kommentarfunktion könnte es Nutzer:innen ermöglichen, eigene Erinnerungen und Wissen zu teilen. So könnte die App von einer reinen Informationsplattform zu einem lebendigen, partizipativen Raum für kollektives Wissen werden.
- Skalierung: Dank standardisierter Datenformate ist MonuMap problemlos auf andere Bundesländer und perspektivisch auf ganz Deutschland übertragbar.
- Gamification: Thematische Herausforderungen oder kooperative Aufgaben könnten die langfristige Nutzung fördern. Besonders für Schulen oder den Tourismus ließen sich so spezifische explorative Nutzungsszenarien entwickeln.
Insgesamt zeigt MonuMap, dass digitale Technologien, wenn sie bewusst eingesetzt werden, einen nachhaltigen Beitrag zur Vermittlung und zum Schutz kulturellen Erbes leisten können. Das Projekt versteht sich daher als Ausgangspunkt für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Frage, wie Geschichte im digitalen Raum sichtbar, zugänglich und erlebbar gemacht werden kann.
