Ergebnisse einer Umfrage zum Thema «Digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung»

Um herauszufinden, wie Beschäftige der öffentlichen Verwaltung die digitale Transformation wahrnehmen, haben wir Ende August 2019 eine Umfrage zu diesem Thema durchgeführt.

Dabei interessierte uns neben soziodemographischen Variablen und Tätigkeit vor allem die Verwendung von Technologie, der empfundene Stress durch die Technologie, die Affinität für Technikinteraktion (wie gerne jemand mit Technik interagiert), die Bewertung der Gebrauchstauglichkeit von verwendeten Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, sowie spezifischer E-Government-Anwendung), Persönlichkeitseigenschaften, sowie die Assoziationen zu E-Government/Digitale Transformation und die wahrgenommenen Potentiale, Risiken und notwendigen Schwerpunkte der digitalen Transformation.

Insgesamt nahmen rund 100 Personen an der Umfrage teil, die über das Forum Öffentlicher Dienst und Twitter angesprochen wurden.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an die Teilnehmer:innen.

Die Ergebnisse wurden auf der 11. Tagung der Fachgruppe Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie (AOW) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vorgestellt:

Folien der AOW Konferenz

Ergebnisse

Die Teilnehmer:innen waren recht heterogen, was Alter und Technikaffinität betraf, wenn man berücksichtigt, dass die Umfrage online stattfand.

Bezüglich der Potentiale, Risiken und notwendigen Schwerpunkte wurden von den meisten Personen die Vorteile der digitalen Transformation gesehen, u.a. Einsparung von Zeit, verbesserter Kontakt mit den Bürger:innen, verbesserte Arbeitsprozesse/Optimierung, Reduktion von Papier/Kosten sowie die Einsparung von Personal. Gleichzeitig werden aber auch die Risiken gesehen, u.a. Datenschutz, Privatsphäre sowie der mögliche Datenverlust (u.a., das nicht gearbeitet werden kann, falls das Netz auffällt). Die Einsparung von Personal wird auch als Risiko gesehen, was den möglichen Verlust des Arbeitsplatzes betrifft. Als Hauptfokus wird v.a. die Qualität der Software (inkl. Datenschutz) sowie die Gebrauchstauglichkeit und die Weiterbildung gesehen.

Die meisten Teilnehmer:innen verwendeten Microsoft Word als Textverarbeitung und Microsoft Excel als Tabellenkalkulation. Bei Excel gab es einen positiven Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Gebrauchstauglichkeit von Excel und wie gerne die Personen mit Technik interagieren. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass Personen, die gerne mit Technik interagieren, sich intensiver damit auseinander setzen (die Software ist auch im privaten Bereich oft verfügbar). Technikaffinität in der Interaktion hängt negativ mit dem empfundenen Technikstress zusammen, wobei der empfundene Stress bis auf eine Ausnahme eher gering bis mittel war.

Bei den E-Government-Anwendungen, die am häufigsten verwendet wurde, wurden verschiedene Anwendungen genannt. Die wahrgenommene Gebrauchstauglichkeit der verschiedenen Anwendungen ging über den gesamten Skalenbereich (von Gebrauchstauglichkeitskatastrophen bis hin zu hervorragenden Anwendungen). Bei den schlecht bewerteten Anwendungen besteht ein hoher Verbesserungsbedarf.

Unser Fazit

Für uns war die Umfrage ein weiterer Schritt, die Mitarbeitenden und die Situation bei der digitalen Transformation in der öffentlichen Verwaltung besser zu verstehen. Die Ergebnisse sind erst einmal nicht überraschend, aber gerade die große Spannbreite der Gebrauchstauglichkeit von E-Government-Anwendungen bestärkt uns in umseren menschzentrierten Vorgehen bei der Entwicklung von Anwendungen.

In weiteren Erhebungen werden wir den Fragebogen weiter entwickeln und uns auf spezifische E-Government-Anwendungen und Abteilungen fokussieren.

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